Augen auf! für Bildung

Unser Leitgedanke der offenen, wertschätzenden und entspannten Atmosphäre – Augen auf!

Im Krippenalter lernt das Kind seinen Körper kontrolliert zu gebrauchen, sich frei zu bewegen und soziale Kontakte aufzunehmen. Das Kind beginnt sich als eigenes Wesen wahrzunehmen, sich seiner Umgebung gegenüber abzugrenzen und sich im Umgang mit anderen Menschen zu üben. Ziel ist eine positive Basis für die soziale Entwicklung. Es lernt durch das Spiel und ahmt seine Umwelt nach. Es erhält einen enormen Input und muss diesen verarbeiten und bewerten. Dazu gehören Sinnesreize, Gefühle und Atmosphäre.

Eine wertschätzende, offene Atmosphäre und eine vorbereitete Umgebung sind der Rahmen für vielfältige auch soziale Interaktionen und das positive Erleben von Gruppe und Gemeinschaft.

Situationsbedingte Pädagogik und Bildungsprozessplanung

Den Kindern bieten „Ereigniszeiten“ mit sinnlich wahrnehmbaren Strukturen im Tagesablauf Orientierung. Der Tagesablauf in der Einrichtung ist mit Lehr- und Lernzeiten einerseits und mit Freiräumen für ungestörte Eigenaktivitäten andererseits gefüllt. Zeit zum Spielen, zum Beobachten, um in Kontakt zu sein, fürs Lernen, um einfach mal "ins Leere starren zu dürfen“ und all das Aufgenommene zu verarbeiten.

Der Tagesablauf und die Erlebniszeiten der Kinder stehen nicht in Konkurrenz, sondern führen einander. So beugt sich der Ablauf den individuellen und besonderen Bedürfnissen der Kinder bei Bedarf. Ein sinnlich wahrnehmbarer Anfang und Ende der Erlebniszeit hilft und den Kindern in die nächste Erlebniszeit zu finden und den Zeitplan zu halten. Zur sinnlich wahrnehmbaren Struktur gehört z.B. die persönliche, herzliche Begrüßung oder Verabschiedung, das Triangel-Klingeln zum Morgenkreis, Aufräum- und Essenslied, das Hände-Halten am Tisch um sich einen „guten Appetit“ zu wünschen, eine vorbereitete sinnliche Schlaf-Umgebung, ein gemeinsames Betreten des Schlafraums u.v.m.

Anhand des Lotusplans beobachten die Pädagogen die Kinder und dokumentieren die aktuellen Interessen der Gruppe oder mehrere Kinder. Er hilft den Pädagogen dabei Feinfühligkeit für die Bedürfnisse und Interessen der Kinder mit dem Bildungsauftrag zu verbinden. Er schult die Beobachtung und hilft zu reflektieren und zu planen wie das Spiel als vielschichtiges Lerninstrument vertieft und erweitert werden kann. Der Pädagoge wird Zeuge und begleitet die Kinder in ihren Beobachtungen und Lernerfahrungen. So kann daran mit Angeboten und Bildungsprozessen, Spielmaterialien, Büchern, Liedern oder andere Aktivitäten angeknüpft werden um den ko-konstruktiven Prozess zwischen dem Kind und seiner Umwelt zu vertiefen. Dabei bleibt das Team in seiner Haltung offen, regt die Neugier an ohne zu drängen, ist bereit auch durch die Interaktion der Kinder zu lernen und eine andere Spielentwicklung als gedacht zu akzeptieren und zu unterstützen. Ziel ist es am individuellen Entwicklungsstand des Kindes anzuknüpfen, Fragen und Problemstellungen der Kinder wahrzunehmen, wertzuschätzen und ihre eigenständige Lösungssuche zu begleiten. Das Kind erlebt sich dabei als kompetent und aktiv, gewinnt Selbstvertrauen, erlebt Selbstwirksamkeit um seine individuelle Autonomie auszubilden.

In der „petitini“ Einrichtung wurde z. B. in der direkten Umgebung gebaut und die Kinder konnten den Bagger vom Fenster aus sehen. Dies zeigte sich in ihrem Freispiel. Das Team entwickelte mit dem Lotusplan Angebote zum Thema „Transportieren und bewegen“. Es wurden Bilderbücher zu Baustellen besprochen und angeschaut, Lieder zum Thema gesungen, Bewegungen mit eigenen Körper nachempfunden, schnell – langsam und schwer - leicht erfahren und erforscht, die Bauecke und die Rutsche auf Wünsche und Interessen der Kinder hin umfunktioniert. Es wurde in Puppenwägen transportiert und Rollenspiele entwickelt, eine Kugelbahn aus Pappröhren gebaut und bemalt, experimentiert welche Kugeln in die unterschiedlichen Röhren passen, die Kugeln gefangen, Regeln wie Warten bis man an der Reihe ist und gegenseitige Rücksichtnahme eingeübt. Es wurden Bilder mit Erde gemalt und im Sand nach versteckten Gegenständen gegraben. Ausgangsbasis ist dabei die Individualität und die Stärken der einzelnen Kinder.

Partizipation

Partizipation der Kinder ist bei petitini geprägt durch das Leitbild des Kindes, als kompetenter Bewältiger/Akteur seiner Entwicklung. Es bedarf genauer Beobachtung seitens der Pädagogen, um die Entwicklungsschritte jedes einzelnen Kindes zu erkennen und daraufhin den Kindern entsprechende weiterführende Angebote zur Verfügung zu stellen. Das Kind partizipiert im Alltag in erster Linie nonverbal durch Mimik und Gestik (bei petitini bieten wir den Kindern auch die Babyzeichensprache dazu an), oder auch durch seine verbalen Willensbekundungen.

In den jeweiligen Erlebniszeiten gibt es Wahlmöglichkeiten für die Kinder mittels derer sie den Ablauf mitgestalten. Sie treffen alters- bzw. entwicklungsgemäße Entscheidungen, auf welche die Pädagogen eingehen, um den Kindern den größtmöglichen Erfahrungsspielraum einzuräumen. Die Mitwirkung der Kinder ist sichtbar bei ihrer Auswahl der Spiele, Lieder und Fingerspiele im Morgenkreis, der Mithilfe beim Tisch decken und abräumen, in punkto größtmöglicher Selbständigkeit beim An- und Ausziehen, Essen, etc. und damit den Hinweisen auf ihren aktuellen Entwicklungsstand und ihre Interessen. Darauf aufbauend stellen die Pädagogen wiederum entwicklungsfördernde Angebote zur Verfügung, wie beispielsweise Kisten, Körbe, Taschen, Wagen, etc. und z.B. viele Bauklötze, Kastanien o.ä., wenn das Thema „Transportieren“ aktuell ist, die neue Bildungsprozesse in Gang setzen.